Aus der Blogosphäre

Posted in Politik on July 28th, 2009 by Merovius

Ich fühle mich mal wieder genötigt, zu tun, wozu ich diesen Blog eingerichtet habe: Die gedankliche Gegenrede, die sich immer aufdrängt, wenn ich Humbug lese zu verschriftlichen.

Und wieder einmal beweist ein Teilnehmer der Blogosphäre seinen Mangel an kognitiver Empathie und der Fähigkeit, einfachste Recherchen durchzuführen.

Da werden Parteien gegründet nach dem Namen einer schwedischen Internettauschbörse für raubkopierte Filme und Porn.

Ja und nein. Die Grünen heissen ja auch nicht “grün” nach dem grünen Daumen. Der Begriff “Pirat” wurde eben nicht vom Piratbyran erdacht, sondern von der Contentlobby. Die Piratenpartei ist also eben nicht nach dem Tracker und dem Torrentverzeichnis (was übrigens noch einmal etwas anderes als eine “Tauschbörse” ist und wo es um deutlich mehr geht als “raubkopierte Filme und Porn” – letzteres ist mir dort übrigens noch nicht untergekommen…) benannt, sondern die drei Organisationen “Piratbyran”, “Pirate Bay” und “Piratpartiet” haben begrifflich gleiche Wurzeln.
Das aber nur am Rande.

Da wird verbissen um Deutungshoheit gekämpft und jeder diffamiert als zurückgeblieben und mittleralterlich, der versucht höflich “ja aber” zu sagen. Da schreckt man auch nicht davor zurück Jugendschutzaktivisten als Handlanger eines Orwellschen Staates zu beleidigen.

Mit der Höflichkeit ist es leider nicht viel her, wenn man offen als Pädokriminell oder als potentieller Amokläufer diffamiert wird. “Ja aber” habe ich bisher auch noch nicht gehört (in der Debatte um das Zensurermöglichungsgesetz, auf welches sich hier vermutlich bezogen wird), sondern immer nur “Nein”. Die Kritik – was jedem, der sich randweise mit derselben auseinandergesetzt hat – ist ja gerade, dass nicht auf die Argumente eingegangen wird. Tatsache ist und bleibt: Es gibt keine Argumente für das Zensurermöglichungsgesetz, zumindest wären mir noch keine untergekommen. Es existiert nur ein Haufen – erwiesener- und zugegebenermaßen – ausgedachter Zahlen, das Mantra des “Schutzes der Kinder” – unter vollkommener Ignoranz der Tatsache, dass Kinderschutz-Organisationen und Verbände von Missbrauchsopfer gegen diese Instrumentalisierung demonstrieren – und die Tränen in den Augen, wenn man in die Kamera schaut und versichert, nicht verstehen zu können, wieso es Menschen gibt, die Kinderpornographie legalisieren wollen. Unterstelle den Zensurgegnern bitte keine Beleidigungen und Diffamierungen, bloß weil wir langsam aber sicher die Geduld verlieren. Tatsache ist, die Diffamierungen kommen zu weitaus größerem Teil aus den Reihen der etablierten Parteien, sind deutlich weniger fundiert und auch deutlich beleidigender (ich zumindest würde mich lieber als Despot, denn als Kinderficker bezeichnen lassen).

Und überhaupt gilt der Generalverdacht gegen den Staat, der nur darauf wartet eine Infrastruktur aufzubauen, um seine Bürger auszuhorchen. [...] Es fällt der Generalverdacht auf. Das Vertrauen in eine Demokratie und seiner Justiz das fehlt.

Und wie der Generalverdacht gilt und auch zu gelten hat. In einem System, das sich Demokratie nennt, ist nun einmal das Volk der Souverän. Und das gesamte Grundgesetz widmet sich der Aufgabe, festzulegen, wie es diese Macht gegenüber dem Staat ausüben kann, um ihn an der Kandare zu halten und Dinge wie das dritte Reich zu verhindern. Wer sich über den Generalverdacht der Bürger gegenüber dem Staat beschwert, wer den Argwohn, die Staatsorgane könnten das Volk unterlaufen für Paranoia hält, der sollte sich noch einmal in die Schule setzen, zum Demokratieunterricht, denn der hat schlicht das Prinzip nicht verstanden, auf dem Demokratie aufbaut.

Das fehlen jeden Glaubens, dass man nicht unschuldig verurteilt wird, wenn man “zufällig” auf eine Netzsperre trifft. Die schiere Unkenntnis der Rechtswege. Als würden jeden Tag Unmengen von unschuldigen Bürgern verurteilt als Fehlleistung eines bösartigen oder unfähigen Systems.

Nun, aber wie soll man sich sonst fühlen, wenn im (ursprünglichen) Gesetzesentwurf festgehalten wird, dass nicht nur jeder Zugriff gelogt werden soll, sondern dass im Falle eines verhinderten Zugriffes der Bürger die Pflicht hat, nachzuweisen, dass er eben nicht vorsätzlich gehandelt hat? Dieser Glaube ist keine Paranoia, sondern es ist einfach eine Lesart des (ursprünglichen) Gesetzesentwurfes: “Jeder Zugriff wird strafrechtlich verfolgt”. Und da wir es mit juristisch bewanderten Menschen zu tun haben: Wenn wie das Gesetz so lesen können, dann kann das auch ein Richter oder ein BKA-Beamter. Und damit wäre diese Befürchtung politische Realität geworden, egal wie naiv man an das Gute in Politiker, Justizvollzugsbeamter, Staatsanwalt oder Richter glaubt.

Und bevor der Einwand kommt: “Das steht ja nun auch nicht mehr im Gesetz”, möchte ich sagen: Dann gibt es auch keinen Grund mehr für Kritik. Zumindest ich habe seit der Verabschiedung des jetzigen Gesetzes die Kritik des Generalverdachtes nicht mehr gelesen (zumindest nicht in der Form). Wir sind nämlich in der Lage, uns der veränderten Sachlage anzupassen und die aktuellen Entwicklungen einzubeziehen.

Und übrigens: Wir kennen den Rechtsweg. Deswegen ist uns auch klar, dass die so genannten “rechtsstaatlichen Sicherungen”, die die SPD ihrer Aussage nach im Zensurermöglichungsgesetz eingebaut hat, nichts bringen. Denn bis ein Widerspruch den Rechtsweg durchlaufen hat, können Jahre vergehen (wie das Beispiel eines finnischen Bloggers belegt) und wir wissen eben: Nach Jahren als “Kinderporno-Seite” ist ein Webauftritt in der heutigen Zeit schlicht obsolet.

Um Rentensystem, Klimaerwärmung, Soziale Marktwirtschaft, Gesundheitssystem und vieles mehr kümmern sich die Piraten nicht. Vielleicht liegt’s daran, dass diese Themen weder als Film noch als Sound auf ihrem PC laufen.

In der Tat, darum kümmert sich die Piratenpartei nicht. Der Grund dafür – auch wenn er dich scheinbar nicht interessiert, denn das erfährt man schnell, wenn man fragt – ist allerdings, dass dies erstens die Konsensfähigkeit erhöht (in der Piratenpartei ist nur Mitglied, wer den eingeschränkten Themenkreis des Wahlprogramms als ebenso wichtig empfindet, wie die Piratenpartei) und dass es zweitens ermöglicht, dort keine Abstriche zu machen. Sollte es zu Koalitionsgesprächen kommen, wird die Piratenpartei nicht wie die SPD einen Teil ihrer Wähler dadurch verraten müssen, dass sie einige (oder auch einige mehr) ihrer Wahlversprechen fallen lässt. Die Piratenpartei kann den Standpunkt einnehmen: “Wir haben nur einen eingeschränkten Themenkreis, bei diesem machen wir allerdings keine Kompromisse”. Wir (wobei dieses wir immer noch extensiv ist, möchte ich betonen) können eben alle unsere Wähler zufriedenstellen. Parteien mit eingeschränktem Themenbereich stellen meiner Ansicht nach (aber dazu in einem späteren Blogeintrag vielleicht mehr) sogar den wahren Ausdruck einer im Verhältnisheitswahlrecht organisierten Demokratie dar.

Währenddessen werden im Namen der Zensurfreiheit die Websites von Kinderschutzorganisationen gehackt

Ich hoffe ja nur, dass du diese von Einzelpersonen durchgeführten Taten nicht mit der Piratenpartei in Verbindung bringst…

Piratenpartei-Funktionäre outen sich als Rechts-Außen-Wirrköpfe, die genauso gut bei der NPD sein könnten

Dazu habe ich meine Ansichten ja bereits geäußert. Erstens ist Bodo-Thiesen kein Parteifunktionär gewesen, als er seine Dummheiten ausgeschüttet hat, zweitens stehen seine Ansichten in direktem Widerspruch zu den Zielen der NPD. Aber auch hier gilt offenbar: Thema einmal aufgeschnappt, Polemik unter “Argument” abgespeichert und gewartet, bis man es nebenbei anmerken kann. Wer sich Thiesens Äußerung und Stellungsnahmen jedoch einmal genauer durchliest und dabei die “scheiss-Nazi”-Brille absetzt, wird recht schnell merken: Bodo ist ein Dummkopf, aber kein Rechter.

und Computer-Ballerspielkids rotten sich zu politischen Demonstrationen zusammen, um ihre “Spielkultur” zu retten.

Du schätzt erstens den Geschmack (“Ballerspiel…”), zweitens das Alter (“…kids”) der Demonstranden und der eSport-Gemeinde sehr einseitig und m.E. falsch ein. Es gibt z.B. meiner Schätzung nach deutlich mehr WoW- als CS-Spieler in Deutschland. Und WoW hat erstens einen recht hohen Altersdurchschnitt, ist zweitens kein Ballerspiel und drittens derzeit recht intensiv in der Jugendschutz-Diskussion thematisiert, bei den Demonstrationen dürften also WoW-Spieler recht stark vertreten gewesen sein. Übrigens gilt auch hier frei nach Wittgenstein “worüber man nichts sagen, kann, darüber muss man schweigen”.

Ich möchte an dieser Stelle einen guten Kommentar zitieren, den ein Grünen Politiker in der Welt geschrieben hat. Er spricht mir aus der Seele. Natürlich wirft ihm der erste Kommentar bereits mittelalterliche Unkenntnis des ach so besonderen Mediums Internet vor.

Wenn du dir die Kommentare so sorgfältig durchgelesen hast, dann ist dir ja meine Ansicht zu dem Artikel bekannt. Was das “ach so besondere Medium” angeht (ich nehme einfach mal Sarkasmus an): Wer das Internet für nicht besonders hält, hat verschlafen. Und zwar gehörigst… Oder er glaubt, dass auch der Buchdruck “nur eine Erfindung” war, oder das Rad – oder das Feuer, wo wir dabei sind. Traurig wird das ganze nur, wenn eine solche Person einen Blog betreibt…

Spaß mit Motorola

Posted in Privat on July 21st, 2009 by Merovius

Moin,

die Gier der Handy-Anbieter ist nach oben unbeschränkt und mit einem bedauerlichen Maß an Dummheit gepaart.

Ich hab mir vor Kurzem ein Motorola KRZR K1 besorgt. Prinzipiell ein ziemlich geniales Gerät, muss man echt sagen. Leider hat es ein grundsätzliches Manko: Man kann zwar einstellen, dass beim aufklappen automatisch abgenommen wird. Das bedeutet dann aber, dass man, sollte ein unbequemer Anrufer auf dem Display stehen nur die Wahl hat, zwischen klingeln lassen oder lautlos schalten. Ärgerlich, dabei ist sogar eine der Aussentasten im zugeklappten Modus unbenutzt.

Allerdings gibt es dafür Abhilfe (falls jemand durch Google auf diesen Beitrag stößt). Man kann sich den “P2K Menu Editor” herunterladen (GIYF), sein Handy mit dem Computer über USB verbinden (entgegen der Behauptungen von Motorola braucht es dafür kein offizielles Motorola-Kabel, wie ich festgestellt habe) und dann per

Tools > Phone Key Mapping > Open SEEM > Open from Phone

die Einstellungen seines Handys bearbeiten (nicht vergessen, sie anschließend per “Save SEEM > Save to phone” zu speichern). Bedauerlicherweise kennt das Programm offenbar keinen Unterschied zwischen zugeklapptem und aufgeklapptem Handy. Belegt man den rechten Smartkey also mit “Anruf abweisen” verliert man damit die Sprachwahl (und die war eigentlich ziemlich cool). Ärgerlich.

Insgesamt jede Menge Örger um eines Features wegen, welches eigentlich selbstverständlich sein sollte. Mit OpenSource wäre das nicht passiert. Will man ausserdem auch noch seine Dateien, Termine oder Kontakte zwischen Windows-PC und Handy synchronisieren braucht es dafür wiederum eine teure Extra-Software, die natürlich nicht standardmäßig dabei ist. Glücklicherweise gibt es für Linux OpenSource-Tools, die das können – sofern man sie halbwegs bedient bekommt. Naja.

Gruß,

ich

[edit] Mitlerweile habe ich den Browser-Knopf entdeckt. Scheiss WAP, wer will sowas scho auf seinem Handy haben? Der hat glücklicherweise keine andere Belegung als eben Internet, ergo hab ich meine Sprachwahl wieder +hehe+

Mitgliedsantrag

Posted in Politik on July 21st, 2009 by Merovius

Moin,

seit dieser Nacht kann man auch online die Mitgliedschaft in der Piratenpartei beantragen. Darauf hab ich natürlich nur gewartet und hab gleich meinen Antrag abgeschickt ^^

Werd dann übermorgen (Konto leer) auch den Mitgliedsbeitrag für den Rest dieses Jahres überweisen, hoffe dass ich also ab nächster Woche irgendwann offizielles Mitglied in einer Partei bin.

Gruß,

ich

Sehr geehrte Frau Zypries

Posted in Politik on July 19th, 2009 by Merovius

Gerade habe ich mir dieses Armutszeugnis der Politik angeschaut. Und ich kann einfach nicht anders, als mit dem Kopf gegen die Wand schlagen zu wollen.

Welt Online: [...] Nachdem die Bundesregierung jüngst beschlossen hat, Seiten mit kinderpornografischen Inhalten mit einem Stoppschild zu sperren, gab es Protest: Das sei Zensur.

Zypries: Das ist Unsinn. Es geht nicht um Zensur. Es geht darum, strafbare Inhalte aus dem Netz zu entfernen. Es gibt eine Gruppe von Internet-Usern, die glaubt: Im Netz darf man alles, das Internet ist ein Ort unbegrenzter Freiheit, jede Regel verletzt unsere Identität. Das ist falsch: Meine Freiheit, mein Recht endet auch im Netz dort, wo sie die Freiheit und das Recht von anderen verletzt. Grundrechten wie der Meinungsfreiheit sind im Internet genauso Grenzen gesetzt wie in der realen Welt. Es gibt kein Recht des Stärkeren oder technisch Versierteren. Was offline verboten ist, ist auch online verboten. Das ist keine Zensur, sondern eine simple Erkenntnis, die auch juristischen Laien verständlich sein sollte.

Offenbar haben Sie sich nicht im Geringsten mit dem von Ihnen unterstützen Gesetz oder den Kritikpunkten der Experten befasst. Das Gesetz hat explizit nicht das Ziel, strafbare Inhalte zu entfernen, sondern sie auszublenden. Das sagt doch bereits der verniedlichende Name “Zuganserschwernisgesetz”. Es heisst eben nicht “Inhaltentfernungsgesetz”. Die Aussage, dass “eine Gruppe von Internet-Usern glaubt, das Internet ist ein Ort unbegrenzter Freiheit” ist purer Populismus, der verboten gehört. Jeder ist sich darüber im Klaren, dass auch im Internet Gesetze gelten, sonst würden wir doch nicht die Doktrin “Löschen statt Sperren” propagieren. Das ist kein Geheimnis, sondern das sind simple klare Tatsachen, die auch technischen Laien verständlich sein sollten. Sie verdrehen hier die Tatsachen auf unverschämteste und Hinterhältigste Weise.

Zypries: [...] Auf einer irrationalen Ebene lässt sich nur schwer diskutieren. Anders als es die Piratenpartei glauben machen will, haben wir ja nicht mit dem Gesetz gegen die Verbreitung von Kinderpornografie den Teufel aus der Flasche gelassen. Deren Vertreter realisieren überhaupt nicht, dass ohne Gesetz die von Frau von der Leyen mit den Providern geschlossenen Verträge zur Anwendung gekommen wären – mit viel weniger rechtsstaatlichen Sicherungen für die Internet-User.

Auch hier wird wieder einmal Populismus betrieben. Noch einmal: Wenn eine Institution der Regierung illegale verfassungsfeindliche Verträge schließt, gegen den Rat von Experten und hinter dem Rücken der Bürger, dann werden solche Verträge nicht nachträglich legalisiert. Sie werden mit sofortiger Wirkung für nichtig erklärt, die schuldigen  BKA- und Ministeriums-Angehörigen werden ihres Postens enthoben und es wird ein Strafverfahren gegen sie eingeleitet wegen Amtsmißbrauchs. Dieses Gesetz lässt vielleicht nicht “den Teufel aus der Flasche”, aber es legalisiert nachträglich die Aktionen, die das tun und verhindert, dass man umgehend alles tut, um ihn zurückzustopfen. Entweder Sie sind für diese unwirksamen Zensurmaßnahmen, oder Sie sind dagegen, aber versuchen Sie nicht, sich hinter einer “wir hatten doch keine Wahl”-Rhetorik zu verstecken.

Zypries: Viele Anhänger der Piraten wollen auch keine Debatte führen, sondern sagen nur: Das ist übel, was ihr macht, wir reden nicht mehr mit euch. So funktioniert Demokratie aber nicht.

Der AK-Zensur hat lange mit euch gesprochen. Der Online-Beirat der SPD hat euch ausdrücklich geraten, das Gesetz abzulehnen. Es wurden Expertenmeinungen dargelegt, es wurden Alternativen vorgeschlagen, es wurde klar dargestellt, wieso diese Maßnahmen nicht nur unwirksam, sondern schädlich sind.
Die SPD aber hat nicht nur das Gesetz durchgewunken, sie hat sich absolut beratungsresistent gezeigt (und Sie demonstrieren mit diesem Interview, dass sich das bisher nicht geändert hat), hat Ratschläge und Experten auch aus ihren eigenen Reihen ignoriert und hat öffentlich Jörg Tauss den Mund verboten und das Thema unter den Teppich gekehrt, damit nichts mehr dagegen gesagt werden kann. Die SPD-Spitze hat sich die Ohren zugehalten, die Augen geschlossen und den Kooperationswilligen und den Beratern entgegengeschrien “wir haben keine Wahl, wir sind im Wahlkampf!”. Die SPD hat jeden einzelnen Arschtritt, den sie seit dem Durchwinken des Zensurermächtigungsgesetzes bekommen hat redlich durch ihre Analfixierung und Beratungsresistenz  verdient. Werfen Sie also bitte den “Anhängern der Piraten” nicht vor, sie würden nicht mit der SPD kooperieren wollen.
Bedauerlicherweise haben Sie offenbar geblickt, wie Politik heute in der Offline-Welt funktioniert: Man muss nur immer wieder in den Medien seine absurden Behauptungen wiederholen, dann bekommt man schon seine Wähler. Im Netz scheint das aber nicht zu funktionieren und Sie sollten mal anfangen, sich darüber Gedanken zu machen.

Zypries: Es reicht nicht, wenn sich die Programmatik darin erschöpft, einem Lebensgefühl Ausdruck zu verleihen nach dem Motto: Wir sind jung, wir kennen das Netz, und ihr Alten versteht davon nichts.

Nun, zumindest in Ihrem Fall haben Sie eindrucksvoll bewiesen, dass das wahr ist. Sie verstehen nichts davon, so einfach ist das und Sie sollten sich schämen, noch etwas dazu zu sagen.
Nichtsdestoweniger zeugt diese Aussage natürlich von grenzenlosen Unverständnis der Ziele der Piratenpartei, die eben nicht “die Netzpartei” ist, sondern “die Bürgerrechtspartei”. Das Netz ist eben nur das Schlachtfeld, auf dem die Regierung derzeit die übelsten Verletzungen der Bürgerrechte durchführt oder plant, ohne Ahnung von der Materie zu haben.

Zypries: Was ich sehr ernst nehme, ist, dass es unabhängig von dieser Partei ein wiedererstarkendes Bewusstsein für Datenschutz in unserer Zivilgesellschaft gibt, deshalb verstehe ich diejenigen Kritiker sehr gut, die sich Sorgen machen, dass wir mit dem neuen Gesetz eine Infrastruktur schaffen, die auch für andere Zwecke als den Kampf gegen Kinderpornografie genutzt oder missbraucht werden könnte.

Vor zwei Absätzen war aber doch noch nicht das Gesetz Schuld, sondern die Verträge der Laienpolitikerin und die Vorwürfe, dass Sie den Teufel aus der Flasche lassen waren “auf irrationaler Ebene”?

Zypries:[...] Deswegen ist das Misstrauen gegen staatliche Filter ja auch nicht ganz unberechtigt. Filtern oder Sperren ist immer ein Eingriff in das verfassungsrechtlich geschützte Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Und deswegen darf es Einschränkungen nur zum Schutz anderer überragend wichtiger Rechtsgüter geben, und man muss bei jeder solchen Maßnahme sehr sorgfältig untersuchen, ob das eingesetzte Mittel zum angestrebten Zweck auch wirklich verhältnismäßig ist.

Das predigt die Netzgemeinde schon seit einem halben Jahr. Und es bleibt dabei, die Verhältnismäßigkeit ist nicht gegeben, nicht solange es andere Methoden gibt, die sowohl wirksamer sind als auch besser mit den Rechten der Bürger umgehen.

Insgesamt gilt: Traurig, Frau Zypries. Einfach nur traurig. Man bekommt von solchen Aussagen den Eindruck, gegen eine Wand zu reden. Beschäftigen Sie sich doch einmal einen Tag mit den Einwänden der Netzgemeinde. Lesen Sie ein paar der Blogeinträge, ein paar der Studien, die aufzeigen, wie viel besser und schneller die Löschung der Inhalte funktioniert, im Gegensatz zu fadenscheinigen Sperren. Lesen Sie die Einwände von Strafrichtern und Rechtsprofessoren und treffen Sie sich mit den Menschen vom AK Zensur auf einen Kaffee und sprechen Sie über Pro und Contra. Ihre Aussagen sprechen eine deutliche Sprache, denn das ist das gleiche populistische Gewäsch, das wir bereits seit Monaten lesen und hören müssen. Sie haben entweder kein offenes Ohr für die Experten, oder Sie handeln absichtlich bösartig. Beides macht die SPD für mich unwählbar.

Gruß,

ich

Mero microbloggd

Posted in Privat on July 17th, 2009 by Merovius

Moin,

so tief bin ich gesunken… Hab nu einen Account bei Twitter und (dem deutlich überlegeneren, leider jedoch nicht so stark frequentierten) identi.ca. Hab sogar schon follower (bzw. “subscriber”) x] Zu irgend etwas musste der Piratenstammtisch ja gut sein ^^

Die Zukunft wird zeigen, in wiefern ich das nutze. Habe Microblogging eigentlich nie wirklich verstanden. On the other hand: Hab auch blogging nicht wirklich verstanden, bis ich das hier aufgezogen habe ^^ Von daher bleibt noch Hoffnung für mich im Web 2.0.

Gruß,

ich

Angefixt

Posted in Privat on July 14th, 2009 by Merovius

Nicht genug um high zu werden.
Nur genug, dass die Sucht weissglühend aufflammt und ein Gefühl der Leere zurücklässt.
Und die Hoffnung auf den nächsten Schuss.

Rick Falkvinge

Posted in Politik on July 14th, 2009 by Merovius

Moin,

hab gerade den Google TechTalk angeschaut, mit Rick Falkvinge, Präsident der schwedischen Piratenpartei. Er spricht dort über einige der Ziele der Piratpartiet. Kann jedem, der sich mit dem Thema Urheberrecht auseinander setzen will, das empfehlen.

Gruß,

ich

PS: Der wahre Witz ist ja, dass am Ende des Vortrages von Falkvinge über die Übel des Urheberrechtes es Google sich nicht nehmen lässt einzublenden:

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Gibt’s doch gar nicht.

Posted in Privat on July 12th, 2009 by Merovius

Als ich heut die Straße entlang ging, sprach mich auf einmal ein Fremder an:

“Zauberwürfel”, sagte er, mit einem Blick auf den sich in meiner Hand befindlichen Rubik’s Cube. “Die gibt es schon lange nicht mehr.”

“Doch”, erwiderte ich. “Siehst du doch!”

Das hat er wohl nicht verstanden.

Die Moral von der Geschichte? Keine Ahnung. Bin mies drauf.

Gruß,

ich

PS: Nein, kein Deppenapostroph, angelsächsische Bezeichnung.

PPS: Hier dann auch noch mal Gregorian, weil’s so schön ist…

Juhuu

Posted in Privat, Studium on July 11th, 2009 by Merovius

Ferien, die: siehe → Schlaf

Gerade hab ich die letzte Klausur geschrieben, bestanden ist wohl alles, was zu bestehen war, das heisst: Endlich Ferien! Naja, nicht ganz. Heute wird erstmal gefeiert, dann wird erstmal aufgeräumt (Besuch am Dienstag *tihi*) und dann muss ich erstmal noch meinen Proseminarvortrag überarbeiten (*arghl* damn you Prof. Freitag!). Aber dann – dann sind Ferien ^^ Komplett mit ausschlafen und allem.

Und mal wieder Gregorian:

Deppenapostroph

Posted in Allgemein on July 8th, 2009 by Merovius

Moin,

wurde gerade auf den Deppenapostroph (“Meros Blog”) hingewiesen. Aaaaber, laut Wikipedia, ist der in einigen Fällen wohl richtig. Ob in diesem, da können wir uns derzeit nicht wirklich einigen.

Deswegen sind die Rechtschreib-Enthusiasten aufgerufen, sich zu äußern ;) Ich kann aber nicht versprechen, dass ich mich an eure Ratschläge halte ;)

Gruß,

ich